Liebe Albiserinnen und Albiser
Zur Zeit, in der ich dieses Editorial schreibe, ist das Gerangel um den UBSStaatsvertrag in vollem Gange. Mich interessiert das Ergebnis der Debatte auch aus beruflichen Gründen, als Gerichtsschreiberin am Bundesverwaltungsgericht habe ich mich mit den Folgen auseinanderzusetzen. Wenn man gewissen Kommentaren Glauben schenkt, würde bei einer Ablehnung des Vertrags die Schweiz nahezu untergehen... Hätte dies auch Folgen für unsere Sektion? Davon gehe nicht aus, aber wir haben unsere eigenen Probleme.
Vor einigen Jahren habe ich in einem Vorwort gefragt: "Wird die SAC Sektion Am Albis aufgelöst?" Solch dramatische Worte möchte ich nicht wiederum bemühen, aber mich bzw. uns beschäftigt und belastet die Neubesetzung von Vorstandsämtern, insbesondere die Präsidentennachfolge sehr. Auch wenn die Sektion ohne Präsident nicht aufgelöst würde, so wäre dies dennoch eine äusserst schwierige und unangenehme Situation. Die Suche nach einem Präsidenten oder einer Präsidentin läuft - nach Bildung einer Findungskommission - auf Hochtouren; ich hoffe sehr, dass wir bald erfolgreich sein werden, und sich nicht ein ähnlicher Krimi wie in der UBS-Affäre entwickelt. Ich persönlich kann mir schlicht nicht vorstellen, dass sich unter rund 1600 Mitgliedern keine Person befindet, welche das Präsidentenamt übernehmen will/kann/wird.
Wieso ist jemand überhaupt Mitglied in einem Verein? Eine Gruppe bilden solche 3 Titelbild: Im Aufstieg zum Piz Beverin Juli 2009 Foto: Ursula Spörri Sektion Am Albis Leute, die von unserem attraktiven Angebot profitieren wollen, die auf Touren mitgehen und an Kursen teilnehmen. Auf diese Personen sind wir angwiesen, ohne sie würde niemand die Anlässe und Touren besuchen. Allerdings gehört für mich zum Vereinsgedanken dazu, dass es stets ein Geben und ein Nehmen sein sollte. Solche, die von Angeboten profitieren und das tolle Tourenangebot nutzen, sollten dem Verein auch einmal etwas zurückgeben. Andernorts wurde sogar diskutiert, ob ein Vereinseintritt (in einen Volleyballclub) nur erlaubt werden sollte, wenn das Neumitglied sich verpflichte, ein Amt zu übernehmen. Dies finde ich zwar nicht richtig, da es auch Mitglieder gibt, welche aus Sympathie in einem Verein sind, das Angebot gar nicht nutzen, aber den Verein vor allem ideologisch und finanziell unterstützen. Auch für solche Mitglieder soll es natürlich Platz haben! Auch das Engagement dieser Personen ist sehr willkommen, soll aber nicht Bedingung sein. Schliesslich gibt es auch Leute, die vielleicht früher aktiv am Vereinsleben teilgenommen haben, heute aber andere Prioritäten haben oder aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr mitmachen können.
Selbstverständlich zählen wir auf engagierte Mitglieder aus dem gesamten Verein, welche durch die Übernahme eines Amtes das Vereinsleben unterstützen. Ich wünsche mir, dass jede Leserin, jeder Leser des Editorials einmal in sich geht und sich fragt, wie ihr/sein persönliches Verhältnis aussieht: Wo habe ich vom Vereinsangebot profitiert, wo habe ich etwas zurückgegeben, etwas geleistet, ein Amt ausgeführt? Wo habe ich Stärken, Fähigkeiten, den Verein zu unterstützen? Nach Beantwortung dieser Fragen müssten bereits erste "Bewerbungsdossiers" beim Vorstand hereinflattern...
Wenn jemand diese Worte liest und sich vielleicht das Präsidentenamt nicht zutraut, so wäre uns auch geholfen, wenn diese Person ein Vorstandsamt, beispielsweise die interimistisch geführten "Tätigkeiten im Amt" übernehmen würde. Natürlich sind die übrigen Vorstandsmitglieder sowie der abtrende Präsident bereit, dem/der/den Neuen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Sicherlich ist ein solches Vorstandsamt mit Arbeit verbunden, bringt einem aber auch viel Erfreuliches: Nette Vorstandskollegen, interessante Begegnungen und eine lehrreiche undabwechslungsreiche Tätigkeit!
Zum Schluss möchte ich nochmals an alle appellieren: Damit der Verein weiterhin so erfolgreich weiterbesteht, ist wichtig, dass sich ALLE dafür einsetzen und aktiv ein Amt übernehmen. Ich hoffe wirklich sehr, dass sich nach diesen Zeilen zumindest der eine oder andere einen "Schupf" gibt und sich bei Marcel (044 768 22 82) oder mir (043 538 56 19) für die Übernahme eines Amtes meldet.
Ursula Spörri
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